Eigentlich ist es ein totaler Seelenstriptease, aber ich möchte ehrlich zu euch sein: Mein letztes Album Rabenkinder war die größte kreative Zerreißprobe meiner bisherigen Karriere. Ich steckte in einer kompletten kreativen Sperre fest, die mich fast wahnsinnig gemacht hat. Da war dieser ständige, hämmernde Druck in meinem Kopf: Ich wollte unbedingt wieder etwas abliefern, das so viel bedeutet wie Hagel und Herz – ein Album, mit dem ich so tief verbunden bin, dass es sich fast unmöglich anfühlte, diese Themen noch einmal anzufassen, ohne mich einfach nur stumpf zu wiederholen.

Dabei hing die Messlatte von Hagel und Herz wie ein schwerer Schatten über mir und hat mich emotional fast erdrückt. Ich saß vor unzähligen Versionen meiner Songs, habe sie verworfen, verzweifelt gelöscht und immer wieder ganz von vorne angefangen, weil nichts gut genug schien. Mitten in dieser Abwärtsspirale aus Selbstzweifeln fragte ich mich oft: Wer hört sich diesen Dreck eigentlich an? Es war eine qualvolle Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der ich ständig das Gefühl hatte, dass meine Texte nicht dort ankommen, wo ich sie haben will.

Besonders der Erfolg meines Hits „Nur du“ wurde für mich zum Fluch. Statt mich zu freuen, jagte mich der Gedanke, mich jetzt selbst übertreffen zu müssen. Am Ende habe ich das Album auch deshalb veröffentlicht, weil ich es einfach „raushaben“ wollte – getrieben vom unerbittlichen Diktat des Spotify-Algorithmus. In dieser Branche hat man das Gefühl, unsichtbar zu werden, wenn man nicht ständig liefert. Dieser Druck ist gnadenlos und lässt kaum Raum zum Atmen.

Dabei war der ursprüngliche Grundgedanke von Rabenkinder so wichtig für mich: Ich wollte Danke sagen. Ich wollte ein Album schaffen, das für meine Hörer ein Anker ist. Ich möchte euch in schwierigen Zeiten Kraft geben und zeigen, dass man niemals aufgeben sollte, besonders wenn es um die Menschen geht, die man liebt.

Jetzt, wo das Album draußen ist, blicke ich mit anderen Augen nach vorne. Der Gedanke an ein neues Projekt quält mich zwar schon wieder ein bisschen, aber diesmal will ich es anders angehen. Ich möchte meine Sinne wieder geordnet nutzen, ohne diese hektische Getriebenheit. Vielleicht mache ich mir einfach zu viel Druck, es jedem recht machen zu wollen. Wohin mich dieser Weg führt, weiß ich noch nicht – aber ich hoffe, diesmal mit ein bisschen mehr innerer Ruhe dort anzukommen.


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