Manchmal tauchen Künstler auf, bei denen man schon nach wenigen Songs spürt, dass sie mehr sind als ein flüchtiger Hype. Jacob Elias gehört genau in diese Kategorie. Anfang zwanzig, Multiinstrumentalist, Songwriter – und vor allem jemand, der seine Emotionen so klar in Worte fassen kann, dass sie hängen bleiben.

Sein Weg beginnt nicht im Rampenlicht, sondern im Proberaum der Familie. Als Kind sitzt er am Schlagzeug, spielt in der Band seiner Geschwister, die sich an Größen wie den Foo Fighters oder Green Day orientiert. Die Gitarre, ein Geschenk zum siebten Geburtstag, interessiert ihn zunächst wenig – bis sich das plötzlich ändert. Es ist dieser Moment, in dem aus einem Instrument ein Ausdrucksmittel wird. Später kommt das Klavier dazu, autodidaktisch erlernt, heimlich aus dem Keller ins eigene Zimmer getragen. Ein Detail, das viel über seinen Zugang zur Musik verrät: neugierig, intuitiv, fast schon getrieben.

Sein Sound formt sich über Jahre hinweg. Anfangs geprägt von Deutsch-Pop à la Mark Forster oder Glasperlenspiel, entdeckt er später die poetischere Seite der deutschsprachigen Musik. Künstler wie Thees Uhlmann oder Olli Schulz hinterlassen Spuren – nicht nur musikalisch, sondern vor allem sprachlich. Genau hier beginnt Jacob Elias, seine eigene Stimme zu finden.

Der Durchbruch kommt 2023 mit „Situationship“. Ein Song über das emotionale Niemandsland zwischen Nähe und Verbindlichkeit – ein Thema, das viele kennen, aber nur wenige so treffend formulieren. Über 1,6 Millionen Streams, starke Platzierungen in den Charts und eine Nominierung bei den Amadeus Austrian Music Awards markieren den Startschuss. Für einen Debüt-Track ist das mehr als beachtlich. Es ist ein Statement.

Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg spielt David Bronner. Der renommierte Produzent erkennt früh das Potenzial und findet klare Worte: Eine „Ausnahmeerscheinung“. Für Jacob Elias selbst bleibt dieses Urteil bis heute surreal – gerade weil es von jemandem kommt, der maßgeblich an Rise Like A Phoenix beteiligt war. Die Zusammenarbeit öffnet Türen, bringt ihn zu Sony Music und legt das Fundament für eine Karriere, die gerade erst beginnt.

Was ihn dabei besonders macht, ist nicht nur sein musikalisches Talent, sondern seine Haltung. Jacob Elias denkt größer. Er spricht nicht von kurzfristigem Erfolg, sondern davon, „eine Institution“ werden zu wollen – in Österreich und darüber hinaus. Und es wirkt nicht überheblich, sondern erstaunlich klar.

Live zeigt sich, wie viel Substanz hinter diesem Anspruch steckt. Bereits als Support-Act für Georg Hägele konnte er ein wachsendes Publikum überzeugen. Seine erste eigene Deutschland-Show Anfang 2025 in München markiert den nächsten Schritt – raus aus dem Schatten, rein in die eigene Geschichte.

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Bodenständigkeit und Ehrgeiz, aus Gefühl und Struktur, die Jacob Elias gerade so spannend macht. Seine Songs wirken wie Momentaufnahmen einer Generation, die zwischen Möglichkeiten und Unsicherheiten pendelt. Und wenn man ihm zuhört, hat man das Gefühl: Das ist erst der Anfang.


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