Es ist spät geworden im „Knightclub“. Schwerer Bass drückt durch die Wände, Metalklänge mischen sich mit ausgelassener Feierlaune, und irgendwo zwischen ironischem Pathos und echtem Eskapismus steht eine Band, die genau weiß, was sie tut: Feuerschwanz sind zurück – lauter, größer und mit einem klaren Anspruch, ihre Rolle als Speerspitze des modernen Folk- und Mittelalter-Metal weiter auszubauen.

Nach einer nahezu ausverkauften Hallentour im Jahr 2024 knüpft die Gruppe nun mit der „Knightclub“-Tour 2026 nahtlos an ihren Erfolg an. Der Titel ihres aktuellen Albums ist dabei weit mehr als ein Wortspiel. „Knightclub“ steht für das, was Feuerschwanz seit Jahren kultivieren: eine Mischung aus augenzwinkernder Mittelalter-Ästhetik, treibenden Metal-Riffs und einer Party-Energie, die ihre Konzerte regelmäßig in kollektive Ausnahmezustände verwandelt.

Das Album selbst wirkt wie eine konsequente Weiterentwicklung ihres Sounds. Eingängige Hooks treffen auf hymnische Refrains, während die Band gleichzeitig ihre humorvolle DNA beibehält. Unterstützung kommt dabei von prominenten Gästen: Doro Pesch, Dag-Alexis Kopplin und Lord of the Lost verleihen einzelnen Tracks zusätzliche Schlagkraft. Songs wie die für den Eurovision Song Contest erprobte Single „Knightclub“, das epische „Valhalla“ oder die überraschende Metal-Adaption von „Gangnam Style“ zeigen die stilistische Bandbreite – und den Mut zur Grenzüberschreitung.

Parallel dazu baut die Band ihre visuelle Erzählwelt weiter aus. Pünktlich zum Valentinstag 2026 erschien das Musikvideo zu „Name der Rose“, das die düster-romantische Atmosphäre des Songs in eindrucksvolle Bilder übersetzt. Zwischen Pathos und Selbstironie gelingt es Feuerschwanz erneut, ihr Markenzeichen – eine Balance aus Ernsthaftigkeit und augenzwinkerndem Humor – glaubhaft zu inszenieren.

Auf Tour werden sie dabei nicht allein sein. Mit Miracle Of Sound begleitet sie ein Projekt, das sich längst von einem Geheimtipp zu einer festen Größe entwickelt hat. Hinter dem Namen steht der irische Musiker Gavin Dunne, dessen Werk sich kaum in Genregrenzen pressen lässt. Mit über einer Milliarde Streams und einem Stil, der Dark Folk, symphonische Elemente und maritime Einflüsse vereint, hat er sich eine internationale Fangemeinde erspielt.

Bemerkenswert ist dabei vor allem seine Entwicklung als Live-Künstler. Lange Zeit ein reines Studioprojekt, fand Dunne erst in den vergangenen Jahren Zugang zur Bühne – unter anderem beim Wacken Open Air. Die Rückkehr auf Tour, diesmal mit kompletter Band, markiert einen weiteren Schritt in dieser Transformation.

Die „Knightclub“-Tour 2026 führt Feuerschwanz durch acht Städte im deutschsprachigen Raum – eine bewusst kompakte Route, die dennoch die wichtigsten Live-Hochburgen abdeckt:

Saarbrücken, Wiesbaden, Geiselwind, Hamburg, Oberhausen, Osnabrück, Dresden und Stuttgart stehen auf dem Plan. Es ist eine Tour, die weniger auf Quantität setzt, sondern auf Intensität – auf jene Abende, die sich zwischen Ekstase, Ironie und musikalischer Wucht einprägen.

Was bleibt, ist der Eindruck einer Band, die sich ihrer Rolle sehr bewusst ist. Feuerschwanz liefern nicht nur Musik, sondern ein Gesamterlebnis – eine Inszenierung zwischen Mittelalterfantasie und moderner Metal-Show. Und während draußen die Welt weiterläuft, wird im „Knightclub“ noch lange nicht das Licht angehen.


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